Español || English
Logo Artes Escenicas Inicio
Buscador
TEXTS

Die choreographierte Stadt Die moderne Stadt aus der Perspektive der filmisch manipulierten Bewegung

Author: Pérez Royo, Victoria

Year of Publication: 2007

Date of Web publication: 03/07/2012

Bibliographical references:

«Die choreographierte Stadt in der filmisch manipulierten Bewegung» en Yvonne Hardt / Kirsten Maar (eds.), Tanz Metropole Provinz, Lit, Hamburgo, 2007, pp. 213-228.



Text:

Tanz und Film haben gewisse künstlerische Strategien gemeinsam, die beide Medien im Bereich der Organisation ihres jeweiligen rohen Materials (Bewegung oder bewegte Bilder) intim verbinden. Die Rede wird es hier nicht sein über die offensichtlichen Konvergenzen zwischen Tanz und Kino, die an erster Stelle den Tanz nur als bloßen Gegenstand des Filmes erscheinen lassen (Tanzdokumentation, Musicalfilm oder Musikvideos, z.B.) Vielmehr wird es in diesem Beitrag darum gehen, die gemeinsame Verfahren beider Künste, die als choreographisch zu bezeichnen sind, offen zu legen. Beim Film basieren solche Vorgänge auf Variationen, Repetitionen und plastischen Assoziationen, weshalb sie unmittelbar durch die Choreographie zur Welt des Tanzes hinweisen. Die Übereinstimmung der künstlerischen Strategien beider Künste wird besonders patent in solchen avantgardistischen Filmen, die einen cinéma pur anstrebten, die sich von einer literarischen und dramaturgischen Narration zu befreien anstrebten, wie es der Fall bei den filmischen Porträts der modernen Stadt ist. Seit den Anfängen des Kinos galt die Großstadt als eines der attraktivsten Themen für Filmemacher. Insbesondere in den 1920er und 30er Jahren nahm das Urbane in Teilen der historischen Avantgarde (Expressionismus, Dadaismus, Futurismus) [1] den Rang eines Fetischobjekts ein. Dabei ging der Film eine besonders enge Verbindung zum Urbanen ein. Mit der industriellen Revolution gewann die Stadt immer mehr den Charakter eines gigantischen Konglomerats, in dem die Altstadt mit ihren Kathedralen und Palästen eine verblüffende Koexistenz mit den modernen Architekturen der Bahnhöfe, Fabriken, Wolkenkratzer und der ganzen Bandbreite von Errungenschaften des neuen technischen Universums einging. Daraus ergab sich für den Menschen dieser Zeit eine Ansammlung von heterogenen Reizen, die mit Hilfe traditioneller Kunstformen nur schwer reflektiert werden konnte. Hingegen schien das ästhetische und technische Verfahren der filmischen Montage diese industrielle und urbane Realität direkt widerzuspiegeln, weil es rasant in einem einzigen Bilderfluss, die verschiedensten Realitäten zeigen konnte. Die Wirkung, die eine moderne Stadt auf ihre Bewohner ausübte, wurde im Erlebnis des Schauens reproduziert.

[1] Paris wurde von vielen Künstlern gemalt: R. Delaunay, G. Seurat, A. Derain G. Wunderwald, C. Pisarro, H. Jouvin, G. Severini, Vuillard, M. Utrillo, F. de Pisis, R. Dufy, G. Bazaine, Man Ray oder M. Chagall, u.a.. Berlin wurde ebenfalls in diesen Jahren von Malern wie A. Macke, E. L. Kirchner, G. Grosz oder O. Dix porträtiert, aber auch von Schriffstellern wie K. Pinthus oder A. Döblin literarisiert. Vgl. Marchán Fiz, Simón: Contaminaciones figurativas. Imágenes de la arquitectura y de la ciudad como figuras de lo moderno, Madrid 1986. Im Tanz war es vor allem die Künstlerin Valeska Gert, welche die den 1920er Jahre zugesprochenen Merkmale wie rasches Tempo, Nervosität, Verwirrung auf die Bühne brachte. Siehe dazu Susanne Foellmer: Valeska Gert. Fragmente einer Avantgardistin in Tanz und Schauspiel der 1920er Jahre, Bielefeld 2006, insb. S. 45-80.

Leer texto completo en pdf



Files: diechoreograph.pdf |




Aviso Legal: © de los textos y las imágenes: sus autores Diseño CIDI; Desarrollo web GyaStudio